Punktestand:

Nix machen

Ziehen oder nicht ziehen? Dafür gibt es Pros and Cons. Die Sorge ist, dass durch ein gestautes Interponat Spannung auf die Anastomose kommt, deshalb könnte man die Magensonde einfach drin lassen, damit sie morgen (wenn sie nichts mehr gefördert hat) raus kann. Andererseits stört ein Schlauch aus der Nase bei der Mobilisation und die Patienten könnten sich dadurch gestört fühlen. Die Strategie "gucken, wieviel morgen gekommen ist" kann sich wiederum um viele Tage bis Wochen verlängern.

Man sollte (wie bei allen Drainagen) die Fördermenge und die Förderqualität zur Kenntnis nehmen - wir sagen dazu auch "die Drainage würdigen"... Es gibt nämlich Drainagen, die könnten theoretisch ganz plötzlich viel rote Förderung haben.

Diese Frage soll dir zeigen, dass es in vielen klinischen Situationen nicht immer nur eine klare, eindeutige Antwort gibt (anders als die MC-Fragen es suggerieren). Mit anderen Worten: Man kann es so oder so machen. Auch wenn es die Regel sein sollte, die Magensonde zu ziehen, gibt es wiederum manchmal Situationen, wo man ausnahmsweise eine Magensonde belassen würde. Der Patient soll sich jedenfalls keine Sorgen machen, du solltest ihm die OP erklären und wissen, warum du dich für welche Option entschieden hast.

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Tipp: Schau dir mal die Ivor-Lewis OP an. Bei der Ösophagektomie nach Ivor-Lewis wird das Defizit, das zwangsläufig durch die Tumorresektion entsteht, mittels Magenschlauch (bzw. Mageninterponat) rekontruiert. Bei uns im Haus wird die Anastomose mit einem Zirkularstapler angelegt, d.h. der Patient hat am Ende eine End-zu-Seit Ösophago-Gastrostomie.

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